Michael Wagner

Sächsische Schweiz – Tag 2

Ende Juli war ich für drei Tage zum Fotografieren in der Sächsischen Schweiz. Vom ersten Tag habe ich bereits berichtet.

Den zweiten Tag liesen wir aufgrund des Wetters langsam angehen. Ursprünglich wollten wir bereits den Sonnenaufgang nutzen. Die Wettervorhersage prognostizierte aber einen stark bewölkten Himmel, sodass wir gemütlich ausschliefen und frühstückten.

Anschließend wollten wir die Bastei besuchen und dort geeignete Fotospots für den Sonnenaufgang entdecken. Schon die Anfahrt stellte sich leider als Problem heraus, da eine Straße gesperrt war und wir somit nur mit 30 Kilometern Umweg zum Basteiparkplatz gekommen wären. Daher parkten wir weiter entfernt und erreichten nach einem längeren Fußmarsch schließlich doch unser Ziel.

Blick von der Bastei über die Elbe

Blick von der Bastei über die Elbe

Dass zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich keine interessanten Fotos entstehen werden, war uns schnell klar. Obwohl wir extra an einem Werktag vorbeikamen, sah man vor lauter Touristen kaum anderes. Dennoch nahmen wir den letzten (und anstrengendsten) Aufstieg auf uns. Oben angekommen befanden wir uns schnell auf der berühmten Basteibrücke – leider zusammen mit gefühlt hundert anderen Personen. Trotzdem war die Landschaft wirklich beeindruckend.

Die Basteibrücke am Tag

Die Basteibrücke am Tag

 

Die wohl berühmteste Ansicht der Basteibrücke

Die wohl berühmteste Ansicht der Basteibrücke

Mit Smartphone und Kompass machten wir uns dort auf die Suche nach Plätzen, von denen wir den Sonnenaufgang fotografieren wollten. Dabei stellten wir schnell fest, dass ein echter Kompass dem Smartphone wohl doch überlegen ist nicht aufgrund fehlender Kalibrierung falsche Positionen zeigt. Mit einem groben Plan für den nächsten Morgen verschwanden wir auch relativ schnell wieder von der Bastei, da uns einfach zu viel los war.

Blick über die Bastei, die wir uns mit vielen anderen Touristen teilen mussten

Blick über die Bastei, die wir uns mit vielen anderen Touristen teilen mussten

Nach einer kleinen Stärkung fuhren wir dann auf den Campingplatz zurück, um den Abend zu planen. Nach Betrachtung der Wettervorhersage und unserer Möglichkeiten entschieden wir uns für das Prebischtor bei Sonnenuntergang als Motiv. Dieses ist das größte natürliche Sandsteintor Europas und liegt in der an die Sächsische Schweiz angrenzenden Böhmischen Schweiz (dem tschechischen Äquivalent zur Sächsischen Schweiz).

Sandsteinfelsen in der Böhmischen Schweiz

Der Hinweg führte uns an den für die Region typischen Sandsteinfelsen entlang

Dort angekommen stärkten wir uns ersteinmal in einem Gasthaus, bevor wir den Hinweg antraten. Dieser zog sich über einige Kilometer, welche jedoch deutlich einfacher zu laufen waren, als der Pfad zu den Schrammsteinen am Tag davor. Dadurch bedingt kamen uns auch sehr viele Menschen entgegen, da das Gasthaus am Prebischtor bereits um 18 Uhr seine Türen schloss. Einige Treppen später standen wir nahezu direkt unter dem Sandsteinbogen. Von diesem trennte uns aber noch eine Metalltür. Dank unserer mangelnden Tschechisch-Kenntnisse haben wir natürlich das Schild im Tal falsch interpretiert. So schließt um 18 Uhr nicht nur das Gasthaus, sondern auch der Zutritt zum Prebischtor.

Das Prebischtor von unten

Unser Blick aufs Prebischtor

Leicht deprimiert machten wir uns auf dem Rückweg und hielten Ausschau, ob man von diesem aus einen interessanten Blick zu unserem Ziel bekommt. Leider wurden wir enttäuscht. Als letzte Chance sahen wir einen Pfad, der vom Hauptweg wegging. Diesen liefen wir einige Kilometer, bis wir uns entschlossen, dass dieser Abend wohl für die Katz war. Somit kehrten wir um und machten uns auf dem Weg zum Auto. Doch kurz darauf entdeckten wir einen Pfad (wenn man das so nennen kann), der zwischen zwei Felsen steil den Berg bezwang. Mit letzten Hoffnungen nahmen wir diesen Weg auf uns, obwohl unsere Chancen auf eine gute Sicht nicht besonders gut waren, da wir auf der falschen Seite des Berges waren.

Rund hundert Höhenmeter später sind wir auf einem Plateau angekommen, von dem einige Spuren früherer Besucher in Richtung des Prebischtors weggingen. Diesen folgten wir, bis wir auf eine größere Freifläche kamen. Von dort hatten wir eine geniale Aussicht über die Tschechische Republik. Obwohl wir unser Hauptmotiv von dort nicht sehen konnten, hatte sich bereits für diesen Blick der schweißtreibende Aufstieg gelohnt.

Blick über die Tschechische Republik

Blick über die Tschechische Republik

Einige Fotos später folgten wir dem Pfad, der immer schmaler wurde, weiter. Durch einen Wald aus Kiefern und Birken kamen wir schließlich zu einem Felsvorsprung, von dem aus wir tatsächlich freien Blick auf das Prebischtor hatten. Dieser Platz übertraf unsere Erwartungen vielmals. Zwar gab es dort wenige Möglichtkeiten zur Variation, dennoch machten wir gefühlt mehrere hundert Fotos.

Blick aufs Prebischtor

Blick aufs Prebischtor

Kurz, bevor es finster wurde, machten wir uns auf den Rückweg. Wir wollten es vermeiden, den Pfad im Dunkeln nur mit Taschenlampen gehen zu müssen, da er teilweise doch gefährlich war und ein Sturz schnell einige Meter tief gewesen wäre. Mitten in der blauen Stunde erreichten wir wieder den Hauptweg, den wir dann bis zum Auto zurückgingen. Da es mittlerweile dunkel war, fuhren wir direkt zum Campingplatz zurück und legten uns nach einer Dusche in die Schlafsäcke. Schließlich wollten wir ja am nächsten Tag zum Sonnenaufgang wieder an der Bastei sein.

Das Prebischtor

Mein Favorit dieses Tages

Obwohl dieser Tag zwischenzeitlich doch frustrierend war, hat sich unser Gefühl am Ende noch gewendet. Wir haben einige großartige Aufnahmen machen können, die wir garantiert nicht entdeckt hätten, wenn der Zugang zum Prebischtor frei gewesen wäre. Damit zeigte sich wieder einmal, dass harte Arbeit – auch wenn es erst anders scheint – meist belohnt wird.

Diskussion

Noch keine Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.